Radfahren in Stade - eine kleine Tour

Erstmal ein Ausflug in die Wohngebiete, in diesem Fall in den Hohenwedeler Weg. Dieser ist eine vorfahrtberechtigte Straße durch Wohngebiete. Hier gibt es einen linksseitigen gemeinsamen Rad&Gehweg, der dank Zeichen 240 benutzungspflichtig ist. Er ist am Anfang 1,85m breit, verengt sich nach ca 50 Metern auf 1,60m und wird später etwas über 2 Meter breit. Die in der VwV zur StVO geforderte Mindestbreite von 2,50 m wird niemals erreicht. Das Verkehrsaufkommen auf dem Hohenwedeler Weg ist üblicherweise so stark wie auf dem Bild. (Der Wohnwagen parkt.) Nein, der Aufkleber ist nicht von mir ;-) (Klick aufs Bild vergrößert)

Ab in die Stadt:

Wir fahren über die Hansebrücke, ein Mahnmal dafür, wie Verkehrsplaner den motorisierten Indindividualverkehr priorisieren.
Auf der Brücke ist ein breiter Rad- und Fußweg, ausreichend breit, wie auf diesem Foto zu sehen:

Kurz nach der Kurve eine kleine Überraschung: Entweder der Rad&Fußweg ist zu Enden, oder er wird hier weitergeführt, dann fehlt es aber an dem entsprechenden Schild sowie der erforderlichen Mindestbreite. Wie sich der Radfahrer hier verhalten soll, ist damit völlig unklar.


Ein paar Meter weiter findet sich dann ein entsprechendes Schild, nun soll man offenbar über das Geländer hüpfen ;-).

Die benutzbare Breite dieses gemeinsamen Rad- und Fußweges beträgt 1,40m statt der geforderten 2,50m. Falls hier jemand aus einem parkenden KfZ aussteigen möchte, darf der Radfahrer sich entscheiden, ob er in die Tür reinrasselt oder über das Geländer hechtet.
Da geht es leider 3 Meter runter.
Man muss auch Obacht geben, nicht zu dicht am Geländer zu fahren, da etwa 42 cm links davon das Geländerfundament 7 cm hoch in den Rad- und Fußweg hineinragt. Wenn man da langschlittert....

Wir fahren weiter, an der nächsten Kreuzung (Hansestraße/Am Salztor) beginnt ein schlechter geteilter Rad- und Fußweg, der aber über weite Strecken immerhin der VWV zur StVO genügt.
Der nächste größere Knotenpunkt ist der Kreisverkehr Hansestraße/Freiburger Straße/Glückstädter Straße. Hier haben die Verkehrsplaner ein grandioses Chaos geschaffen: Der Radverkehr auf dem straßenbegleitenden Radweg muss Vorfahrt gegenüber den in den Kreisverkehr einfahrenden KfZ Vorfahrt achten, das wird mit Zeichen 205 angezeigt. Da der den Kreisverkehr verlassende Verkehr abbiegt, müsste dieser den Radverkehr durchlassen. Nach meiner Erfahrung verhalten sich die KfZfahrer so wie erwartet: Sie lassen regelmäßig den Radverkehr auch einfahrend durch. NACH der Radfahrerfurt hat nämlich der einfahrende Verkehr Zeichen 215 und 205. Die VwV zur StVO sagt aber recht unzweideutig zu Zeichen 215 Kreisverkehr, das diese Schilder VOR der Radwegfurt aufzustellen sind:
Ansonsten ist dieser Kreisverkehr geradezu vorbildlich übersichtlich.

Einmal um den Kreisverkehr und auf der anderen Straßenseite zurück. Hier ist auch wieder ein geteilter Rad- und Fußweg, dessen Zumutbarkeit aber angezweifelt werden kann, weil man ihn mit mehr als 10 km/h kaum sicher befahren kann: Man wird an den Absenkungen an den häufigen Ein- und Ausfahrten immer aus dem Sattel geworfen, weil die Flanken viel zu steil sind

Nach etwa 600m kommen wir an einem Fußgängerüberweg, vulgo Zebrastreifen vorbei, dessen Laternenmast mit Zeichen 422 geschmückt ist: Das soll uns auf die linke Seite locken.

Diesem perfiden Trick folgen wir nicht, wir fahren weiter, ein "Radweg Ende" Schild existiert hier ja nicht. Nach etwa 50 Metern kommt eine Einmündung samt Absenkung, der Radweg endet und wir können auf die Fahrbahn. Auf den linksseitigen Radweg können wir nicht: Da ist der Zugang vergittert. :-) Bei der nächsten Ampel, wo wir wohl auf den linken Radweg wechseln müssten, beginnt auch rechts wieder ein "Radweg", eine gemeinsame schmale Gasse für Fußgänger und Radfahrer, Zeichen 240, viel zu schmal und unübersichtlich. Hier kann man nicht über ein Gitter springen, wenn ein Beifahrer aussteigt, hier muss man in eine Hauswand fahren.

Das ist übrigens die Gegenüberliegende Seite zu dem Geländerradweg weiter oben.

Diese Strecke endet nach 250 Metern und geht in einen mit Zeichen 241 geteilten Rad- und Fußweg über. der Radwegteil hat kurz nach der Einmündung der Holzstraße eine sehr schöne Gefahrenstelle. Der Mülleimer ist hier wohl auch auch dem Radverkehr zuzuordnen.

Auf dem Bild nicht so gut zu erkennen: Der Mauer ist kürzer als sie aussieht, was an der Perspektive liegt: Der schmale Pfad wird auch in der Realität immer schmaler.

Ein Stück weiter hat die Straßenverkehrsbehörde uns Radfahrern sogar eine eigene kleine Verkehrsinsel geschenkt:

Hübsch. Nur, was soll dieses Felgenbruchding da? Wir sollen nun über die Radwegfurt auf die andere Seite und dort an der Neubourgstraße weiterfahren. Da ist es zwar schöner als hier, aber da wollen wir doch gar nicht hin? Hier dürfen wir also bis zum Pferdemarkt die Fahrbahn benutzen. Tatsächlich folgen wir aber doch dem Radweg, hier gehts nach Hause. Dieser 50m lange Radweg an einer Einbahnstraße ist linksseitig für Radfahrer vorgeschrieben.
Blick entgegengesetzt: