Die Ausarbeitung eines
Flächennutzungsplanes beginnt mit der
standortbezogenen Ermittlung der Daten für eine Vorstudie.
Dazu müssen die verfügbaren historischen Quellen ermittelt,
erfasst und im Hinblick auf ihren Informationsgehalt bewertet werden.
Im Falle einer Industriekonversionsfläche muß die
Betriebsgeschichte vor dem Hintergrund eingesetzter
Produktionsverfahren und -stoffe, Nebenprodukte und Abfallstoffe
analysiert und bewertet werden. Möglicherweise eingetretene
Kriegsschäden und Unfälle fließen in die Bewertung des
Gefahrenpotentials der Verdachtsfläche ein und erfordern eine
genaue Analyse des Akten-, Karten- und Luftbildmaterials. Ein wichtiger
Eckpunkt stellt die Prüfung landesrechtlicher (z. B.
Landesbauordnung, Landeswassergesetz) und kommunalrechtlicher
Bestimmungen (z.B. Schutzgebietssatzungen oder versorgungsrechtliche
Bestimmungen) sowie EU-Richtlinien und -Verordnungen wie z. B. die
Richtlinie RL 2002/49/EG zur Lärmminderung dar. Die Befragung von
Zeitzeugen rundet eine erste Erfassung und Aufbereitung der Basisdaten
ab.
Der Vorteil intensiver im Vorfelde realisierter Recherchen besteht
nicht nur in präziserem Datenmaterial. Durch eine Vorstudie kann
zum einen bei einer Bodenanalyse eine Beschränkung auf bestimmte
Schadstoffklassen erfolgen und ferner die Zahl auf dem Areal
notwendiger Bohrungen ebenfalls reduziert werden. Dadurch werden in der
Folge Analyse- und Bohrkosten minimiert.
Durch eine schadstoffgruppenspezifische Bewertung der potentiellen
Belastungswahrscheinlichkeit und -höhe einer Fläche wird die
Vorstudie zur Gefährdungsabschätzung einer
Altlastenfläche präzisiert.
Der Einsatz digitaler Bodenbelastungskarten ermöglicht die
flächenhafte Darstellung der geschätzten Gehalte persistenter
Schadstoffe in den Böden. Sie sind somit eine weitere wichtige
Quelle bei der endgültigen Bewertung der Planungsfläche. Der
Vergleich dieser digitalen Bodenbelastungskarten mit den in
Bodenschutzverordnung definierten Werten ermöglicht das
Präzisieren der planerischen Potentials der Konversionsfläche.
2. Die Bauhindernisrecherche:
Bauhindernisse stehen häufig ebenfalls einer zukünftigen
Nutzung entgegen und können immense, vorab nicht kalkulierte
Kosten verursachen, die sogar eine Projektrealisierung in Frage stellen
können. Auf Industriebrachen werden oftmals Gebäude nur
abgebrochen, die Fundamente verbleiben im Boden und Hohlräume wie
Keller werden mangelhaft verfüllt. Alte Klärbecken oder
Widerlager werden oftmals nur überschüttet und Informationen
über aktuelle Hindernisse, wie Kanäle oder
Versorgungsleitungen können fehlen. Bei der
Flächenentwicklung ist daher eine Bauhindernisrecherche zu einem
frühen Planungsstadium sehr empfehlenswert.
3. Sprengtrichter und Bomben:
Planungsrelevante Restriktionen können sich auch aus ehemals
vorhandenen Bombensprengtrichtern ergeben, die nach dem Krieg oftmals
mit Material wie Trümmerschutt oder im schlimmsten Fall
Blindgängern aufgefüllt wurden. Flächen mit
verfüllten Sprengtrichtern sind auch vor dem Hintergrund
unzureichender Materialdichte als Baugrund oft ungeeignet. Hier
können bei Bauvorhaben kostenintensive Verdichtungsmaßnahmen
oder im schlimmsten Fall Auskofferungen nötig werden.
Bombensprengtrichter können durch die Analyse von Luftbildern der
Alliierten, die während und nach dem 2. Weltkriegs
durchgeführt wurden, ermittelt werden. Durch die Ermittlung in der
Zwischenzeit erfolgten Tiefbaus können Ausschlussflächen
definiert und Aufspürungskosten so erheblich reduziert werden.
4. Biotopbewertungen:
Auf ehemaligen Industrie- oder Gewerbebrachflächen sind mit der
Zeit oftmals wertvolle naturschutzrelevante Biotope entstanden, die
eine Bewertung erforderlich machen. Der Schutz dieser Flächen
muß in die Planung einbezogen werden, die ökologische
Diversität und Erholungswert eines Areals können durch
geeignete Maßnahmen sogar noch erhöht werden.
Analyste
führt mit seinen Partnern Kartierungen aquatischer und
terrestrischer Lebensräume, sowie deren Bewertung durch.
Kostenextensive, aber weniger detaillierte Vorstudien wie die
Auswertung von Luftbildern und Infrarotaufnahmen können
detaillierten Kartierungen vorgelagert werden.
5. Ergebnisse:
Die
biologische Erhebung des Bestandes, die Beurteilung von Eingriffen und
deren ökologische Bewertung runden die Datenaufnahme ab und bilden
die Grundlage für die Ausarbeitung von:
- Gewässerentwicklungsplänen
- Umweltverträglichkeitsstudien
- Handlungsempfehlungen zu Bau- und
Küstenschutzmaßnahmen
- Biotopmanagement
- Ökologischer Planung
Bei
der Umweltverträglichkeitsstudie wird das geplante Vorhaben in dem
Bestreben einer Minimierung und Vermeidung negativer Auswirkungen
für Mensch und Umwelt und die mögliche Beeinträchtigung
zu schützender Güter vor dem Hintergrund der geplanten
Anlagentechnik und baubedingter Auswirkungen des Vorhaben bewertet.