Das Meer



Die Verseuchung der Weltmeere mit Öl. Wann kommt der doppelwandige Öltanker?

Als Konsequenz aus der Exxon Valdez Katastrophe haben die USA 1990 mit der Einführung des Oil Pollution Act (OPA) ein klares und wichtiges internationales Signal bei der Bekämpfung von Tankerunfällen gesetzt. So müssen Tanker, die nach dem ersten Juli 1990 gebaut wurden, eine sogenannte Doppelhülle aufweisen, wenn sie einen US-amerikanischen Hafen anlaufen wollen. Ab dem Jahr 2015 sollen alle Einhüllen-Tanker weltweit aus dem Verkehr gezogen sein.
Darüber hinaus haben die USA die Weisungsbefugnis der Behörden ausgeweitet, die Haftung nach Schiffsunfällen verschärft und das Strafmaß deutlich erhöht. Eine weitere Maßnahme ist der Einsatz von verbesserten Spezialschleppern, die bei Manövrierunfähigkeit eines Tankers rasch eingreifen können.

Die Weltgemeinschaft agiert diesbezüglich über ihre UN Tochter, die International Maritime Organization (IMO). So hat die IMO im Frühjahr 2001 beschlossen, dass in Zukunft weltweit nur noch Doppelhüllentanker gebaut werden dürfen. Bis zum Jahr 2015 sollen Einhüllentanker von den Meeren verschwunden sein. Des weiteren will die IMO die Entwicklung eines automatischen Identifizierungssystems (Transponder) vorantreiben. Dabei sollen über Radar alle wichtigen Schiffsdaten zwischen den Schiffen selbst und den Verkehrsleitsystemen ausgetauscht und ausgewertet werden, um die Verkehrssicherheit auf den Weltmeeren zu erhöhen.

Die Europäischje Union verhält sich bis dato sehr viel zurückhaltender. Hier hat der Ministerrat zumindest beschlossen, Einhüllentanker ab 2002 schrittweise aus dem Verkehr zu ziehen und die EU-Gewässer ab 2015 komplett für diese Tanker zu sperren.
Das im Juni 2003 vom EU-Parlament beschlossene Anlaufverbot für Schweröl transportierende Einhüllen-Tanker in EU-Häfen gilt aber z.B. nicht für Tanker aus Russland, das die größte Menge Schweröl produziert. Das EU Parlament könnte sich da zu klareren Forderungen bekennen, nämlich der Ära schwimmender Zeitbomben auf der Basis klarerer Entscheidungen ein Ende zu bereiten.
Auch die Internationale Schifffahrts-Organisation IMO sollte endlich handeln und die verbliebenen 3400 Uralt-Tanker aus der Verkehr ziehen sowie für Sicherheit und ein angemessenes Haftungsregime sorgen.

Alle oben beschriebenen Maßnahmen sind zwar dringend erforderlich, verringern jedoch auch nach ihrer Umsetzung nur einen geringen Teil der Gesamtverschmutzung. Denn die Weltmeere werden auch durch den täglichen Betrieb von Ölplattformen, das Ableiten von Abwässern, den normalen Schiffsverkehr und vor allem durch natürliche Ölquellen, zum Beispiel Lecks bei geologischen Unterwasserformationen, verschmutzt. Die Verschmutzung aus diffusen Quellen hat wahrscheinlich einen höheren Anteil an der gesamten Weltmeerverschmutzung, als derjenige, welcher aus Tankerunfällen resultiert.
Bis die Menschheit sich darüber klar geworden ist, dass die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen ökologischer Unsinn ist, werden wahrscheinlich alle Ölreserven aufgezehrt sein.

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